Edgar Bischof

Die geplante Einführung der Individualbesteuerung wird gerne als Modernisierung verkauft. Aus Sicht des Gewerbes ist sie vor allem eines: ein weiterer Bürokratieschub mit realen Kosten und zusätzlichem Aufwand. Gerade kleinere Betriebe, Familienunternehmen und selbstständig Erwerbende sind heute schon stark belastet – durch Regulierungen, Meldepflichten und administrative Vorgaben. Die Individualbesteuerung verschärft diese Situation. Zwei separate Steuererklärungen pro Haushalt bedeuten mehr Komplexität, mehr Beratungsaufwand und höhere Kosten, ohne dass ein echter Mehrwert entsteht.

Es ist kein Zufall, dass sich zahlreiche Gewerbevereine klar gegen dieses Modell stellen. Wer täglich Verantwortung für Arbeitsplätze trägt, weiss: Bürokratie bindet Zeit und Ressourcen, die im Betrieb fehlen. Statt Entlastung droht ein weiterer Ausbau der Verwaltung – bezahlt von jenen, die bereits viel leisten. Eine Steuerreform sollte vereinfachen und nicht verkomplizieren. Aus diesem Grund lehne ich die Individualbesteuerung ab. Und aus demselben Grund wähle ich am 8. März Edgar Bischof in den Nationalrat, der sich klar gegen diese Vorlage stellt und damit unserem Kanton einen guten Dienst erweist.

PETER ERNY, HERISAU